Längere Nutzung von Produkten hilft beim Umweltschutz

Längere Nutzung von Produkten hilft beim Umweltschutz
23 Jun 2020

Um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, ist es essenziell weniger Ressourcen zu verbrauchen. Dies ist zu allererst über eine längere Nutzung von bestehenden Produkten und Waren zu erreichen. Damit sind nicht nur IT Geräte, sondern alle Güter des täglichen Bedarfs gemeint, wie Möbel, Fahrräder oder Taschen und Koffer.

Strategien wie dies realisiert werden kann, finden sich in einem neuen Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes. Das Papier beleuchtet dabei alle Aspekte, welche in Verbindung mit der Produktnutzung und Aufbereitung stehen. Viele dieser Aspekte betreffend Maßnahmen, die der Gesetzgeber beeinflussen kann, jedoch sind auch Verbraucher und Unternehmen gefragt, ihren Beitrag zu leisten.

Potenzial zum Umweltschutz

Aufgrund mangelnder Daten ist unbekannt wie viele Güter jedes Jahr weggeworfen werden, die noch funktionstüchtig waren oder die mit überschaubarem Aufwand in einen nutzungsfähigen Zustand hätten überführt werden können. Zwar werden vieler dieser Güter dem Recycling zugeführt, doch dieses verbraucht Ressourcen. Zudem können viele Stoffe qualitativ nicht mehr in ihren Ausgangszustand zurückgeführt werden und sind daher nach dem Recycling minderwertigere Rohstoffe. Werden die Güter der energetischen Verwertung, also der Verbrennung oder der Entsorgung zugeführt, sind die Rohstoffe gänzlich verloren.

Eine verlängerte Nutzung ist besonders dann ein Vorteil für den Umweltschutz, wenn die Produktion von Neuwaren durch eine längere Nutzung vermieden wird, da durch die Produktionsvermeidung am meisten Rohstoffe eingespart werden. Rebound Effekte, etwa durch eine Nutzung des wiederaufbereiteten Gegenstandes als Zusatzgerät, können den Umweltaspekt wieder zunichtemachen.

Wird der gesamte Lebenszyklus beachtet, sparen Neuanschaffungen nur selten Ressourcen

Ein häufiges Argument für eine Neuanschaffung ist, dass neuere Geräte und Güter weniger Ressourcen im Betrieb benötigen. Besonders häufig wird dieses Argument bei Elektrogeräten genannt, aber auch bei Fahrzeugen oder Heizungen. Während dies für viele Geräte für den Betrieb tatsächlich zutrifft, muss jedoch – liegt der Fokus auf Umweltschutz – die Entsorgung des Altgerätes sowie die Herstellung des neuen Gerätes in die Betrachtung miteinbezogen werden. Hier zeigt sich, dass – wenn Produktion und Entsorgung einbezogen werden – eine längere Nutzung und nicht die Neuanschaffung der Umwelt zugutekommen.

Bereitstellung von gebrauchten Gütern noch problematisch

Da bei vielen nicht nur Umweltaspekte, sondern auch die Leistung von Geräten eine Rolle spielen, werden viele Geräte getauscht, bevor sie eigentlich entsorgt werden müssten. Andere würden jedoch noch von diesen Geräten profitieren, da sie auf weniger Leistung oder weniger perfekte Güter angewiesen sind. Doch beim Übergang von Erst- zu Zweitnutzung gibt es häufig Probleme, die teilweise struktureller, aber auch rechtlicher Natur sind. Auch fehlt an vielen Stellen noch ein Bewusstsein für das Thema.

Zuerst muss bewertet werden, ob es sich bei den fraglichen Gütern und Geräten um Abfall oder um aufbereitbare Altprodukte handelt. Die Unterscheidung hierfür muss von den Annahmestellen erfolgen. Bei IT Geräten bietet es sich für Unternehmen oft an hierzu Unterstützung durch Remarketingunternehmen wie die Green IT Solution in Anspruch zu nehmen, die sich um die alle Fragen rund um die Zweitverwertung von IT Geräten kümmern und ausführlich beraten können.

Zumeist scheitert die Wiederverwendung jedoch an einem mangelnden Bewusstsein, dass viele Geräte für eine zweite Nutzung aufbereitet werden können. Hierfür müssen besonders technische Geräte wie PCs und Mobiltelefone zeitnah einer Wiederverwendungseinrichtung zugeführt werden, da die Geräte sonst schlicht zu alt für eine lohnende Wiederverwendung werden. Hier wird oftmals viel Potenzial verschenkt, nicht nur für den Umweltschutz, sondern auch finanziell. Unternehmen können durch die zeitnahe Weitergabe ihrer gebrauchten Hardware Geld verdienen und so einen Teil der Kosten für Neuanschaffungen decken.

Weitere Gründe für eine mangelnde Zweitnutzung von Gütern liegen darin, dass die Vernichtung von Waren für Unternehmen wirtschaftlich günstiger ist, als diese zu spenden. Dieses Problem betrifft besonders den Versandhandel. Aber auch die Abgabe an Sammelstellen von Verwertungsunternehmen ist oft ein Problem, da dort nicht ausreichend auf die Handhabung oder den Schutz vor Witterungseinflüssen geachtet wird und viele Güter, die für eine Wiederaufbereitung geeignet gewesen wären, irreparabel beschädigt werden.

Gerade für Unternehmen ist eine Abgabe von gebrauchten Gütern auch mit rechtlichen Unsicherheiten verknüpft, da vielen Unternehmen besonders bei IT Geräten unklar ist, wie eine sichere Löschung von sensiblen Daten gewährleistet werden kann. Ebenso oft haben Unternehmen sorgen, dass sie Gewährleistung gewähren müssen. Auch hier kann ein kompetenter Partner wie die Green IT Solution beratend zur Seite stehen.

Rahmenbedingungen für die Aufbereitung müssen verbessert werden

Neben den Problemen bei der Sammlung von gebrauchten Produkten bestehen auch Probleme bei der Wiederaufbereitung. Mangelnde oder teure Ersatzteile sowie hohe Stundensätze in Deutschland für Techniker lassen viele Reparaturen und Aufbereitungsbemühungen scheitern. Hier müsste auch der Gesetzgeber angreifen, um Hersteller dazu zu verpflichten Ersatzteile und Dokumentationen zur Verfügung zu stellen. Auch müssten Softwareupdates für IT Geräte deutlich länger bereitgestellt werden, als dies bei vielen Endnutzergeräten heute der Fall ist. Aber auch einer Hilfe durch einen verminderten Mehrwertsteuersatz wäre ein gutes Mittel hier steuernd einzugreifen.

Interessanterweise gibt es eine Produktgruppe, bei der eine Aufbereitung und Weiternutzung nach der ersten Nutzungsphase sowie die Bereitstellung von Ersatzteilen nie hinterfragt wird. Dies sind Fahrzeuge. Diese werden selbstverständlich repariert und für eine weitere Nutzung weiterverkauft. Durch die Selbstverständlichkeit haben sich hierfür ausgeprägte Strukturen entwickelt. Diese Selbstverständlichkeit müsste durch eine veränderte Sichtweise auf andere Produktgruppen sowie eine Stärkung der Strukturen auch für andere Produktgruppen übernommen werden.

Aufbereitung von IT Hardware vielversprechend

Im Bereich der IT Hardware findet dieses Umdenken bereits statt, auch weil die Innovationszyklen sich deutlich verlängert haben. Ein drei Jahre alter PC kann mittlerweile ohne Probleme wieder für eine weitere Nutzung aufbereitet werden und etwa von Schulen oder Vereinen genutzt werden. Gerne beraten wir Sie, wie die Aufbereitung von IT Geräten auch für Ihr Unternehmen einen Mehrwert für die Umwelt und zeitgleich wirtschaftliche Vorteile bieten kann.


Katharina Hupe