Anhaltendes Bienensterben alarmiert nicht nur Umweltschützer

Anhaltendes Bienensterben alarmiert nicht nur Umweltschützer
10 Nov 2017

Die emsigen Bienen gehören für viele Menschen wie selbstverständlich zur warmen Jahreszeit. Aufmerksamen Beobachtern wird jedoch auffallen, dass die Zahl der fleißigen Insekten von Jahr zu Jahr drastisch zurückgeht. Eine besorgniserregende Entwicklung! Als Unternehmen, das sich einem ökologischen Leitbild verpflichtet sieht, möchten wir dem anhaltenden Bienensterben in diesem Beitrag einmal etwas genauer nachgehen.

Phänomen Bienensterben: Die wichtigsten Fakten im Überblick

In den USA begann der kontinuierliche Rückgang der Bienen im Winter 2006/2007. Mit einem Verlust von rund 80 Prozent der Bienenvölker markiert dieses Jahr für Umweltschützer und Imker gleichermaßen apokalyptisch anmutende Zustände. In Europa schwanken die Zahlen von Region zu Region. Jedoch sind die Verluste auch hierzulande signifikant. Nach aktuellen Berichten starben im Winter 2016/2017 in Deutschland rund 20.000 Bienenvölker.

Projekte, die sich dem Bienen-Monitoring widmen, gibt es viele. Das europäische Forschungsnetzwerk COLOSS, Projekt EPILOBEE und nicht zuletzt das Deutsche Bienenmonitoring, kurz DeBiMo genannt, sind nur einige davon.

Potenzielle Ursachen

Die Experten sind sich einig: Das Bienensterben ist auf eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren zurückzuführen. In Deutschland gilt die Varroamilbe als dominierender ‚Übeltäter‘. Als Larve befällt sie bereits die Brut und sorgt für den vorzeitigen Tod der ausgewachsenen Bienen. Alle Versuche, den Schaden zu begrenzen, waren bislang erfolglos.
Als besonders fatal erweist sich zudem die Tatsache, dass Chemikalien, die zur Bekämpfung der Varroamilbe eingesetzt werden, auch den Bienen schaden. Zusammen mit anderen in der Landwirtschaft genutzten Giftstoffen entsteht der so genannte Cocktaileffekt: Eine höchst schädliche Kombination aus mehreren nicht nur für Insekten gefährlichen Pestiziden, allen voran den Neonicotinoiden.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt: Eine Prognose

Wird dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten, so hat dies nicht zuletzt verheerende Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung. Schon Albert Einstein soll einst die Warnung ausgesprochen haben: „Stirbt erst die Biene, stirbt vier Jahre später auch der Mensch.“ Denn viele Pflanzen sind auf die Bestäubung durch die fleißigen Insekten angewiesen. Ein Aussterben der Bienenvölker bedeutet auch das Ende zahlreicher Nutzpflanzen. Dann blüht uns schlimmstenfalls eine Zukunft ohne Freilandobst. Und auch viele Gemüsesorten werden bei fortschreitendem drastischen Bienensterben nur noch in Maßen zu finden sein. Ganz zu schweigen von jener goldgelben süßen Delikatesse, auf deren Produktion die emsigen Arbeiter spezialisiert sind.

In Zahlen ausgedrückt: Ein Rückgang an Bienen führt aufgrund der ausbleibenden Bestäubung zu einem Verlust von rund 80 Prozent des heimischen Blütenbestandes.

Effektive Lösungsansätze und das berühmte Konzept der kleinen Schritte

Keine Frage – auf nationaler und regionaler Ebene sind Maßnahmen wie das Verbot oder zumindest die Beschränkung von Pestiziden in der Landwirtschaft dringend erforderlich. Doch auch die Wirkung von individuellem Engagement ist nicht zu unterschätzen. Haben Sie beispielsweise schon von ‚urban beekeeping‘ gehört, das in den letzten Jahren immer beliebter wird? Eine sichere Rückzugsmöglichkeit für die bedrohten Insekten können Sie nämlich ganz einfach selber schaffen: Indem Sie auf Ihrem Balkon einen Bienenkasten anbringen.

Möchten Sie mehr über das emsige Bienenvolk und seine essenzielle ökologische Bedeutung erfahren? Maja Lundes „Geschichte der Bienen“ verspricht zugleich spannende und informative Unterhaltung.


Stefan Winklhofer

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