
Foto: Ricarda Hager
Bitte stelle dich einmal kurz für uns vor, Jan:
Jan: Ich bin 52 Jahre jung, komme gebürtig aus Berlin und lebe dort auch, ich habe schon erwachsene Kinder, eine Lebensgefährtin – aber keinen Hamster (lacht). Ich mag Bewegung in vielerlei Hinsicht, Eis am Stiel und Sonnenschein. Außerdem habe ich manchmal (zu) viele Ideen und zugegebenermaßen gehört Geduld nicht gerade zu meinen größten Stärken.
Wie bist du zu Green IT gekommen?
Jan: Alex Jauns, unser Gründer und Mehrheitseigner, ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir die Geschäftsführung der Green IT vorstellen kann. Er selbst möchte gerne mehr im Hintergrund und weniger im strategischen Geschäft tätig sein. Ich bin inzwischen seit 26 Jahren im Remarketing und in der Kreislaufwirtschaft tätig, mit Stationen bisher bei IT-Market, ALSO und Interzero. Insofern war die Anfrage für mich wie maßgeschneidert und ich freue mich sehr, seit März 2026 die Geschäftsführung der Green IT übernommen zu haben.
Welche Rolle spielt Kreislaufwirtschaft in der IT – heute und in Zukunft?
Jan: Rohstoffknappheit, Versorgungssicherheit, logistische Engpässe, gesetzgeberische Initiativen, steigendes Umweltbewusstsein oder auch Teuerungsraten – das sind nur ein paar Schlagworte dafür, warum Kreisläufe und die Wiederverwendung von Rohstoffen und Produkten immer wichtiger werden. Vor 20 Jahren wurde man dafür noch belächelt, heute heißt es plötzlich ‘Zeitgeist’ und ‘gutes Geschäftsmodell’. Und in 20 Jahren wachsen Kinder vermutlich ganz selbstverständlich mit dem Gedanken auf, Dinge eher zu nutzen oder zu teilen statt sie besitzen zu müssen. Dienstleistende, die solche Modelle organisieren, werden dann als crossfunktionale Partner viele Bereiche entlang des gesamten Lifecycles abdecken – von Rollout über Repair, Vermietung, Rollback und Upgrading bis hin zu Recycling, Remarketing oder sogar Neuproduktion.
Was können in Zukunft relevante Hebel sein, um noch mehr Unternehmen dazu zu animieren, ihre IT-Geräte refurbishen zu lassen?
Jan: Da gibt es verschiedene Hebel – monetäre Anreize natürlich, aber auch regulatorische Vorgaben und ein wachsendes Nachhaltigkeitsbewusstsein. Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei Vertrauen. Unternehmen müssen sicher sein, dass Geräte professionell transportiert, Daten sauber und zertifiziert gelöscht beziehungsweise Datenträger vernichtet und alle Prozesse transparent dokumentiert werden. Dazu gehören auch nachvollziehbare Audit- und Reportingstrukturen, damit Fehlteile, Beschädigungen oder Kosten sauber zugeordnet werden können. Und am Ende spielen natürlich auch faire Preise und einfache Prozesse eine große Rolle, damit Refurbishment ganz selbstverständlich Teil eines modernen IT-Lifecycle-Managements wird.
Ist das Kaufen & Besitzen von IT eigentlich noch zeitgemäß? Oder wird es ohnehin bald durch Modelle wie Leasing oder Device-as-a-Service ersetzt?
Jan: Das klassische Kaufen und Besitzen von IT wird in Zukunft vermutlich immer weniger relevant – vor allem bei Unternehmen. Modelle wie Leasing oder Device-as-a-Service sind einfach flexibler, besser planbar und machen Themen wie Austausch, Lifecycle-Management oder Refurbishment deutlich einfacher. Gleichzeitig passen sie viel besser zu Nachhaltigkeit und der schnellen technologischen Entwicklung. Ganz verschwinden wird der klassische Kauf zwar nicht, aber der Trend geht schon klar Richtung nutzungsbasierter Modelle.
Welche Themen und Projekte stehen dieses Jahr bei Green IT auf der Agenda?
Jan: Natürlich wollen wir dieses Jahr als Team weiter zusammenwachsen. Ich lerne gerade eine Menge motivierter, fachlich starker und vor allem menschlich wirklich toller Kolleginnen und Kollegen kennen. Gleichzeitig führen wir ein neues ERP-System ein und passen unser Produktionssystem daran an. Außerdem starten wir neue Services rund um sichere Datenlöschung und die Zerstörung von Datenträgern und beginnen mit der flächendeckenden Sammlung von Smartphones. Und wir wollen uns künftig noch stärker sozial engagieren – vor allem mit Spendenaktionen im Bereich der Informationstechnik und Telekommunikation (kurz: ITK).
Welche Vision verfolgst du für Green IT?
Jan: Wir wollen ein Anbieter für integrierte Lösungen im ITK-Lifecycle-Management sein – aber vor allem auch ein langjähriger, verlässlicher und fairer Partner für Kunden, Lieferanten und natürlich unsere Mitarbeitenden. Uns ist wichtig, dass Arbeit und Zusammenarbeit nicht nur wirtschaftlichen Mehrwert schaffen, sondern auch Freude machen und sinnvoll sind. Und gesellschaftliches Engagement gehört für uns ganz klar dazu.
Und zum Schluss: Welche Hardware nutzt du selbst gerade?
Jan: Wir nutzen hier tatsächlich fast ausschließlich Hardware von Apple. Bei mir sind es aktuell ein sehr gutes gebrauchtes iPhone und ein gebrauchtes MacBook Air inklusive Zubehör. Uns ist wichtig, dass alle Mitarbeitenden mit guten bis sehr guten Geräten und der nötigen Peripherie ausgestattet sind. Und natürlich darf die Hardware auch ganz normal privat genutzt werden.





